Wissenswertes

Der Schlaf aus medizinischer Sicht

Die Gründe für Schlafstörungen können vielschichtig sein.

Wie wichtig das richtige Bett für einen erholsamen Schlaf ist, ist für die meisten Menschen heute keine Frage mehr. Dennoch wird die „Schlafunterlage“ heutzutage immer noch stiefmütterlich behandelt oder gerät in Vergessenheit.

Beinahe jeder Zweite in Deutschland beklagt, dass der nächtliche Schlaf nicht so regenerativ ist, dass er morgens entspannt und ausgeruht aufstehen kann.

Ungefähr jeder Vierte hat Einschlafschwierigkeiten und wacht nachts des öfteren grundlos auf. Zehn Prozent haben immerhin so große Schlafstörungen, dass sie ihren Alltag nicht mehr richtig bewältigen können.

Obwohl wir etwa ein Drittel unseres Lebens schlafend verbringen, ist der Schlaf an sich noch weitgehend unerforscht. Man nimmt an, dass sich im Schlaf der Gehirnstoffwechsel erholt. Das vegetative Nervensystem fährt das Herz, die Muskulatur und die Atmung „herunter“. Somit wird angenommen, dass der Schlaf der Regeneration und Erholung dient. Während des Schlafens durchleben wir verschiedene Phasen. Diese Phasen sind traumlose Tiefschlafphasen oder Traumphasen, sogenannte REM-Phasen. Mittlerweile hat man herausgefunden, dass jede dieser Phasen ca. 90 Minuten anhält. Um einen erholsamen Schlaf zu haben, ist es wichtig, dass diese Phasen ungestört durchlaufen werden können.

Die Gründe für Schlafstörungen können vielschichtig sein. Organische, psychische Störungen bzw. Probleme oder auch Umwelteinflüsse spielen auch „im Schlaf“ eine erhebliche Rolle und rauben so manchem die verdiente Erholung.

Wie wichtig das richtige Bett für einen erholsamen Schlaf ist, ist für die meisten Menschen heute keine Frage mehr. Dennoch wird die „Schlafunterlage“ heutzutage immer noch stiefmütterlich behandelt oder gerät in Vergessenheit. Reifen, Handys, sogar Autos werden in der heutigen Zeit regelmäßig erneuert, aber viele Matratzen und Lattenroste sind noch „erste Garnitur“. Die meisten wissen gar nicht, wie alt Ihre Matratze ist. Älter als 7-10 Jahre sollte eine Matratze aus medizinischen und hygienischen Gründen nicht sein. Auch die Empfehlungen für Matratzen und die technischen Neuheiten haben sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Aber eins ist besonders wichtig – vor allem, wenn bereits Beschwerden bestehen, aber auch zur Vorbeugung sollte man immer beachten: nur die individuelle Beratung und Anpassung kann zu dem ersehnten, erholsamen Schlaf beitragen.

Rückenschmerzen

Der heutige Lebensstil wirkt sich auf unsere Gesundheit nachweislich negativ aus. Funktionsbeeinträchtigungen und Erkrankungen der Wirbelsäule sind mittlerweile das häufigste und konstenintensivste Gesundheitsproblem moderner Industriegesellschaften.

Entstehung

Über 75 % aller Rückenschmerzen entstehen im Lendenbereich. Der obere Teil der Wirbelsäule, die Hals-Nacken-Region, ist am zweithäufigsten von Schmerzen geplagt, etwa jeder 4. Rückenschmerz geht vom Nacken aus.


Erholsamer, entspannender und regenerierender Schlaf ist für uns lebenswichtig.

Fakten über Rückenschmerzen

40
Prozent aller Erwachsenen sind akut von Rückenschmerzen betroffen.
80
Prozent aller Erwachsenen haben schon einmal Rückenschmerzen gehabt.
5
Prozent der Bevölkerung leidet an schweren, chronischen Rückenschmerzen.
40
Prozent aller Berufsunfähigkeitsschreibungen sind mit Rückenschmerzen begründet.

FAQ - Häufig gestellte Fragen

Was ist Schlaf?

„Schlaf“ aus dem altgermanischem, bedeutet eigentlich „schlapp“ oder „schlaff“ werden.

Doch Schlaf ist keineswegs ein passiver gleichmäßiger Ruhezustand, sondern eine aktive Leistung des Organismus. Das Schlaf-Wach-Geschehen unterliegt einem bestimmten Rhythmus, der von mehreren „biologischen Uhren“ in unserem Hirn gesteuert wird. Die „inneren Uhren“ des Schlaf-Wach-Zentrums folgen einem sogenannten zirkadianen (24 stündigem) Rythmus.

Das Schlafbedürfnis tritt meist in einer bestimmten Phase ein (zwischen 22:00 und 06:00 Uhr) und ist das Ergebnis eines komplizierten
Wechselspiels von Hirn- und Körperfunktionen mit sehr unterschiedlichem Aktivitätsniveau. Das bewusste Denken und die Wahrnehmung
werden stark reduziert, bzw. ausgeschaltet. Es kommt so zu einer Bewusstseinsveränderung und zum Träumen, der Schlafende bleibt
jedoch stets weckbar.

Obwohl die bewusst ausgeführten Bewegungen des Schlafenden weitgehend erloschen sind, arbeiten andere Körpersysteme auf Hochtouren.
So verändern sich Blutdruck, Herzfrequenz, Körpertemperatur, Atmung sowie die Hirnströme während des Schlafes in sehr eindrucksvoller,
charakteristischer Weise.

Der gesunde Schlafverlauf eines Menschen unterliegt einer gut organisierten Dynamik mit wechselweisem, sich mehrfach wiederholendem
Auftreten von verschiedenen Phasen oder Schlafstadien. So unterscheidet man zwei verschiedene Arten von Schlaf.

Welche Schlaftypen gibt es?

Antwort:
Die Schlafforschung bezeichnet zwei unterschiedliche Schlaftypen – die Eule und die Lerche, also der Nachtschwärmer und der Frühaufsteher. Der Typus „Eule“ ist übrigens nicht unbedingt ein „Langschläfer“, denn eigentlich schläft er nicht länger, sondern geht später zu Bett und steht demzufolge auch später auf. Unter den Frühtypen (Lerchen) gibt es ebenso viele Kurz- oder Langschläfer wie unter den Spättypen (Eulen).

Typ Lerche (Frühaufsteher):

  • Ist bereits beim ersten Tageslicht aktiv und munter
  • Konzentration ist besser vormittags möglich

Typ Eule (Nachtschwärmer):

  • Kommt morgens nur schwer in Gang, sind schläfrig und appetitlos („Morgenmuffel“)
  • Ist bis zum späten Abend noch munter und kann konzentriert arbeiten

„Echte“ Lerchen- oder Eulentypen sind allerdings selten. Die meisten von uns liegen in der Mitte zwischen diesen beiden Extremen. Zu welchem Chronotyp man tendiert, lässt sich durch Beobachten der Schlafgewohnheiten herausfinden. Wenn Sie z. B. an Ihren freien Tagen meist länger schlafen als an den Tagen, an denen Sie arbeiten müssen und sich an Montagen mit dem Aufstehen immer besonders schwer tun, selbst wenn Sie am Wochenende nicht gefeiert haben, so deutet dies darauf hin, dass Sie eher ein Spättyp (Eule) sind. Frühtypen (Lerchen) hingegen verzichten lieber auf abendliche Aktivitäten wie Ausgehen, Kino oder Konzert und gehen stattdessen früh zu Bett. Dafür sind sie am nächsten Morgen bereits kurz nach dem Aufstehen voll einsatzbereit.

Wie entsteht das Schnarchen - und ist es gefährlich?

Jeder von uns kennt den nerven- und schlafraubenden, sägenden und unüberhörbaren Lärm, mit dem ein Schnacher seinen Schlafzimmerpartner zur Verzweiflung bringen kann. Ein scheinbar allgegenwärtiges Problem, immerhin schnarcht von den über 60-Jährigen etwa jeder 2. Erwachsene, Männer sind dabei deutlich häufiger betroffen.

Die Schnarchgeräusche entstehen im Schlaf in den oberen Atemwegen durch Vibrationen der Rachenwände und Turbulenzen des Luftstroms vorwiegend beim Einatmen. Begünstigt wird die Entstehung dieser Geräusche vor allem durch Übergewicht, Schlafen in Rückenlage und abendlichen Alkoholkonsum.

Beim einfachen Schnarchen kommt es nicht zu Atmungsstillständen oder plötzlichen, zahllosen Weckreaktionen wie beim Schlaf-Apnoe-Syndrom. Dieses sogenannte gutartige Schnarchen ist sehr regelmäßig und führt (zumindest beim Schnarcher selbst) nicht zu oft zu Schlafstörungen oder erhöhter Tagesmüdigkeit.

Für den einfachen Schnarcher ohne schlafabhängige Atmungsstörungen oder Befindlichkeitseinbußen am Tage ist keine spezielle Therapie angezeigt. Empfehlenswert sind der Verzicht auf Alkohol und sedierende Medikamente am Abend, ggf. Gewichtsreduktion und Vermeiden der Rückenlage im Schlaf. Um den familiären Frieden zu retten, sind getrennte Schlafräume oft die einzige Alternative, da eine wirklich befriedigende Behandlungsmöglichkeit des Schnarchens bisher noch nicht existiert.

In vielen Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass diese Art der nichtmedikamentösen Therapie bei konsequenter Durchführung nach einigen unruhigen Nächten zu einer deutlichen Schlafverbesserung führt und damit auch zu einem gesteigerten Wohlbefinden am Tage.

Durch Entspannungsverfahren sollen übertriebene Erwartungshaltung, Anspannung und Ängste vermindert und die Störbarkeit der Psyche durch äußere Einflüsse reduziert werden. Dazu gehört das autogene Training, wobei entspannende körperliche Empfindungen wie Wärme und Schwere erlernt werden können.

Auch das konzentrierte systematische Anspannen und Entspannen bestimmter Muskelgruppen bei der progressiven Muskelrelaxation
bewirkt eine allgemeine körperliche Entspannung und eine Ablenkung von übergroßer Schlaferwartungshaltung.

Mittels Biofeedback wird die Muskelanspannung mit EMG-Elektroden (EMG = Elektromyographie) gemessen und dem Patienten akustisch
zurückgemeldet, so dass er seine „Entspannungsleistung“ kontrollieren kann.

Behandlungsziel bei allen nichtmedikamentösen Therapieverfahren ist es, eine möglichst unvoreingenommene und gelassene Haltung dem Schlaf gegenüber aufzubauen und Schlaferwartungsängste oder schlafstörende Gewohnheiten abzulegen.

Was dem einen hilft, muss für einen anderen nicht unbedingt von Nutzen sein. Es liegt daher an dem Betroffenen selbst, auszuprobieren, welche Methode für ihn persönlich am hilfreichsten ist.

Warum schlafen wir?

Trotz großer Fortschritte in der Schlafmedizin und Schlafforschung in den letzten Jahrzehnten gibt es keine allgemein anerkannte Antwort auf die Frage, welche Funktion dem Schlaf zukommt und warum der menschliche Organismus gerade diese Art der Erholung braucht.

Sicher ist: Leben ohne Schlaf ist nicht denkbar, der Schlaf gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Wir schlafen, um uns zu erholen, zu regenerieren, neue Kräfte zu schöpfen, Energien aufzutanken, um den Alltag mit seinen verschiedenen Anforderungen und Aufgaben aktiv und kreativ gestalten zu können.

Niemand kann dem Schlaf entkommen, irgendwann wird auch der aktivste Mensch, der Schlaf nur als „Zeitvergeudung“ und „gestohlenes Leben“ betrachtet, vom Schlaf übermannt und versinkt in einen erholsamen Schlummer.

Von vielen Wissenschaftlern wird angenommen, dass sich während des Tages in unserem Körper – vielleicht durch die Ansammlung spezieller
„Schlafsubstanzen“ – ein bestimmter „Schlafdruck“ aufbaut, der durch den Schlaf abgebaut wird. Der Zeitablauf und die Kontrolle des Schlaf-
Wach-Systems werden von mehreren „inneren Uhren“ über sogenannte vegetative und hormonale Prozesse im Organismus gesteuert.

Gerade in der Aufbau- und Wachstumsphase des Körpers ist eine regelmäßige Erholung durch Schlaf besonders wichtig. Deshalb wechseln
die Schlaf-WAch-Phasen bei Neugeborenen in besonders kurzen (etwa 4-Stündigen) Abständen – unabhängig vom Tag-Nacht-Rythmus. Im Laufe der weiteren Entwicklung passt sich der Mensch in seinen Aktivitäts- und Ruhephasen immer mehr dem 24-Stündigen Tag-Nacht-Rythmus an.

Im Schlaf erfolgt das „Aufladen aller Batterien“:
Die Regeneration der Zellen, die Stärkung des Immunsystems, die Auffrischung unserer Energievorräte und wahrscheinlich auch die Organisation unseres Gedächtnisses und die Bearbeitung seelischer Konflikte.

Warum vergessen wir so oft unsere Träume?

Viele Menschen behaupten nie zu träumen, weil sie sich an ihre Träume nicht erinnern können. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand ist
anzunehmen, daß alle Menschen – und wahrscheinlich auch viele Tiere träumen.

ln jedem Schlafstadium kann geträumt werden, besonders farbige und lebhafte Traumszenen entstehen jedoch im REM-Schlaf. Diese REMSchlafphasen treten im Wechsel mit Non-REM Phasen im Laufe einer Nacht mehrmals (4 bis 6 Mal) in einem ca. 90 Minütigen
Rhythmus auf.

Werden Schlaflaborpatienten aus einer solchen REM-Phase geweckt, können sie sich lebhaft an ihre gerade geträumten Nachtbilder erinnern – auch solche Personen, die bisher glaubten, nie zu träumen. Außerdem hat sich gezeigt, daß sowohl Traumerinnerung als auch Trauminhalt davon abhängig sind, in welcher der REM-Phasen geweckt wird. Traumberichte aus den ersten REM-Phasen einer Nacht sind eher farblos, nüchtern, banal und alltäglich.

Dagegen werden Traumerlebnisse aus den letzten REM-Perioden am Morgen meist als bizarr, lebendig, handlungsreich und bunt beschrieben.
Es ist anzunehmen, dass die am Morgen erinnerten Träume aus der letzten REM-Phase der Nacht stammen. Eine eindeutige Klärung der Frage, warum sich manche Menschen an viele, andere dagegen an gar keine Träume erinnern können, ist noch offen.

Hinsichtlich verschiedener Persönlichkeitsstrukturen fand sich kein eindeutiger Zusammenhang mit der Häufigkeit von Traumerinnerungen.
Einige Schlafforscher gehen davon aus, dass viele Träume, besonders die bedrohlichen, konfliktreichen und ängstigenden, zum „Selbstschutz“ verdrängt werden.

Die Mehrzahl der Träume jedoch scheint schlicht vergessen zu werden. Möglicherweise ist die „Speicherfunktion“ des Hirns während des REM-Schlafes durch eine starke Reduzierung chemischer Botenstoffe, die für die Übertragung von neuen Informationen in das Langzeitgedächtnis verantwortlich sind, stark herabgesetzt und so eine Erinnerung an das Traumgeschehen nur selten möglich.

Kann man auf Vorrat schlafen oder versäumten Schlaf nachholen?

Es ist durchaus möglich, eine bevorstehende lange Nacht durch einen ausgiebigen Mittagsschlaf gut vorzubereiten und durch die Verminderung
des sogenannten Schlafdrucks den Abend besser zu überstehen. Viele Schichtarbeiter nutzen diese Erfahrung.

Will man jedoch „auf Vorrat“ schlafen, um am nächsten Tag bei einer entscheidenen Prüfung oder einem wichtigen Ereignis ganz besonders fit und ausgeschlafen zu sein, so wird das vorgezogene Schlafen durch den hohen Erwartungsdruck („Ich muss schnell einschlafen, um morgen ausgeruht zu sein“) in der Regel misslingen.

Weitaus besser gelingt es uns, versäumten Schlaf in den nächsten Nächten nachzuholen, man sollte dazu nur zu gewohnten Zeit zu Bett gehen. Dann sorgt unser Schlafrhythmus von selbst für Ordnung, indem automatisch eine Verlängerung des erholsamen Delta- oder Tiefschlafs
auf Kosten des Leichtschlafes erfolgt.

Eine ständige Störung des gewohnten Schlafrhythmus durch häufige Zeitzonenflüge, wechselnde Schichtarbeiten oder Nachtschichten oder ähnliches, lässt sich jedoch schwieriger regulieren und führt oft zu Missstimmung, Müdigkeit und körperlicher Erschöpfung.

Ist einmal aus irgendwelchen Gründen der Schlaf während einer Nacht zu kurz gewesen, kann dieser durch einen kurzen Mittagsschlaf nachgeholt werden.
Aber wie schon gesagt: Versäumter Schlaf wird durch die Anpassungsleistung unseres Körpers immer wieder ausgeglichen. Das ist jedoch nicht der Fall, wenn es zueinem chronischen Schlafdefizit kommt.

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